Tarot


  Tarot ist eine Orakelkunst. Es offenbart uns unser innerstes Wissen in Form einer Traumsprache, nur daß wir dabei nicht schlafen, sondern wach sind. Das Unterbewußtsein dringt an die Oberfläche und zeigt Dir, was Du schon längst wußtest, wer Du bist, welcher Weg angeraten ist.

1998 habe ich mir mein erstes Deck gekauft. Es war das Crowley-Tarot, das mich von den Bildern her sehr fasziniert hat. Doch ich finde es inzwischen etwas sehr zugepappt mit Symbolik. In meinem Freundeskreis haben viele verlauten lassen, daß sie sich dadurch völlig überfordert fühlen. Klar kannst Du Dir die passende Symbolik heraussuchen, doch warum dann nicht gleich einfacher gestalten?

Zweimal wurde ich in meinen Träumen förmlich gedrängt, ein eigenes Tarot zu malen. Da ich nach dieser massiven Aufforderung der Meinung war, daß ich das wirklich tun soll, setzte ich mich kurz darauf hin und zeichnete die ersten Skizzen, um mich anschließend in die Farben zu stürzen. Eigentlich habe ich das nicht selbst entworfen. Ich habe einfach geschaut, was meine Hand auf´s Papier bringt. Mein Tarot habe ich als Miniaturbilder auf dieser Seite. Aber denkt daran, ohne meine ausdrückliche Zustimmung ist es nicht gestattet, diese Bilder weiterzuverwenden. Sie unterliegen den Urheberrechten.

Ich wollte keine ägyptische oder sonstwas für Symbolik verwenden. Ich lebe in Mitteleuropa, also war für mich klar, ich konzentriere mich auf dieses Gebiet. Ich sah natürlich schnell, daß auch hier die Grenzen keine sind. Es ähnelt sich alles, nur die Namen unterscheiden sich. Doch habe ich es trotzdem vermieden, die Göttin Isis oder eine Inkagottheit darzustellen. Und vor allem war es für mich ein Muß, Frauen in den Vordergrund zu stellen. Die Symbolik kommt schließlich aus dem Matriarchat. Also malte ich eine Magierin, eine Wagenlenkerin, die Göttin in ihrer Gestalt als Todesgöttin. Keine abstruse skelletierte Gestalt in Mönchskutte oder Rittergewand. Aber ich bin auch nicht so radikal-feminin, daß ich die Männer ganz ausgespart habe. Die Betonung liegt hier schließlich auf gegenseitiger Wertschätzung und Achtung sowie der Polarität der Dinge. Das Licht würde nicht ohne die Dunkelheit erstrahlen. Also gibt es eine Hohepriesterin und einen Hohepriester, der Narr ist männlich (versteht sich ;-). Aber auch Prinzen und Ritter habe ich froh ihres Weges ziehen lassen. Die Zuordnung der Karten nach Tierkreiszeichen und Planeten habe ich aus dem Crowley-Tarot übernommen, weil ich das sehr schön fand und es das Tarot bereichert. Es gibt zu den Karten eine Menge anderer Zuordnungen, doch schließlich mußte ich mich auf eine konzentrieren.

Zum anderen bin ich dabei, eigene Deutungen für diese Karten zu schreiben. Und auch hier bin ich gegen ein starres Muster, das die Bedeutung in Beruf, Liebe u.s.w. einteilt. Solche Dinge sind vielleicht ganz praktisch, wenn Du anderen mal eben schnell die Karten legst, doch sie sind völlig unangebracht, wenn Du sie verstehen möchtest. Hierbei geht es um das Fühlen, das Erfassen auf allen Ebenen. Also beschreibe ich, was zu sehen ist und verbinde es mit dem Rat, den die Karte erteilt. Die Kunst ist es, diese Deutung in Einheit mit der eigenen Frage zu bringen, so die Antwort zu finden. Dafür gibt es kein Schema. Deshalb habe ich auch keine eigenen Legungen entwickelt. Davon gibts jede Menge, und jeder steht frei, sich eine davon auszuwählen bzw. eine eigene zu verwenden. Alles andere preßt Dich in ein enges Korsett, das Dir keine weiteren Möglichkeiten eröffnet. Die Karten des Tarot können nicht nur positiv oder negativ gesehen werden. Es beinhaltet immer beide Aspekte. Du mußt also für Dich fühlen, was für Dich zutrifft. Das erfordert Ehrlichkeit auch Dir selbst gegenüber. Doch keine Angst, so schwer ist das nicht. Mit der Zeit geht das ganz von selbst. Meine Deutungen werden sicher noch einige Zeit in Anspruch nehmen, deshalb lieber nicht darauf warten.

Ein weiteres interessantes Thema ist beim Tarot die Frage, wann es entstanden ist. Aber ist das eigentlich so wichtig? Es gibt regelrechte Abhandlungen darüber, wann und wo das erste Mal derartiges aufgetaucht ist. Typische Art des Menschen, alles belegen zu müssen, anstatt das Wunder zu nehmen und zu benutzen. Kann überhaupt festgesetzt werden, wann die ersten Karten bekanntlich erschienen sind? Fakt ist für mich, daß es Frauensymbolik ist. Also wird es sehr, sehr alt sein. Wer weiß, wann derartige Orakelbilder schon genutzt wurden?

Engstirniges Gequatsche, daß wir genug Tarotdecks haben, kann ich ebenfalls nicht ausstehen. Es gibt auch sehr viel Kriminalliteratur, doch würde niemand auf die Idee kommen, neue Autoren auszuzschließen. Wichtig ist einzig und allein, ob die Symbolik begriffen wurde. Viele Menschen sammeln Tarotkarten. Und was ist gegen schöne neue Decks einzuwenden? Jede/r hat einen anderen Geschmack. Ist eine große Auswahl vorhanden, ist die Chance groß, etwas passendes zu finden. Die Welt ist in einer steten Veränderung begriffen, also kommt Neues dazu. Es geht nicht um das absolute Kleben an alten Formen und Fakten, sondern um die Umsetzung des alten Wissens, darum, daß Menschen jeder Generation die Weisheit ihres Lebens einbringen.



Weiter zur Galerie und zur Deutung