Geschichte


  Wie lange Hunde und Menschen schon zusammen leben, ist unklar. Einige sprechen von 10.000 Jahren. Es gibt jedoch auch Meinungen, daß sie seit mindestens 50.000 Jahren mit uns zusammenleben. Rupert Sheldrake geht davon aus, daß Wölfe von Frauen gezähmt wurden, es aber immer wieder im Laufe der Zeit zu einer Vermischung zwischen Hunden und Wölfen kam. Diese Domestizierung zog sich quasi über sehr, sehr lange Zeit hin.

Ich habe natürlich auch eine Theorie. Ich gehe davon aus, daß mir diese Geschichte von meinen Hunden übermittelt wurde. Mein erster war gerade gestorben, und ich hatte einen frechen Welpen zu Hause sitzen. Und ganz plötzlich kam mir diese Geschichte in den Sinn. Ich werde bis heute nicht das Gefühl los, daß die beiden unter einer Decke stecken. Eigentlich gehört diese Geschichte in eine längere Geschichte, aber ich habe sie mal davon losgelöst:

Die Wölfe sind Seher, und sie wußten, daß eine Zeit der Gewalt anbrechen wird, in der sie gnadenlos gejagt werden würden und die Angst vor wilden Tieren umgeht. Sie sahen weiterhin, daß sie in Zukunft nicht mehr in der Lage wären, mit den Menschen zu kommunizieren, ihnen weisen Rat zu erteilen. So erklärten sich einige Wölfe bereit, sich äußerlich an die Menschen anzupassen. Die Zeit der Gewalt kam, sie bedeutete eine Loslösung aus der Ganzheit, aus dem Einssein mit dem Universum. Immer mehr und mehr veränderten die Menschen die äußerliche Form der Hundswölfe, doch in ihrem Inneren sind sie immer die weisen Wölfe geblieben. Die Hunde sahen, wie ihre Familie gejagt und getötet wurde, sie sich nur noch in wenigen Gebieten drängte und vergossen bittere Tränen. Doch führten sie in ihrer unendlichen Liebe die Menschen weiter auf ihrem Weg, einem Weg, der für viele Hunde sehr schwer ist. Denn soviel Liebe ihnen einerseits entgegen gebracht wurde und wird, soviel Haß schlägt ihnen auch entgegen. Entgegen von denjenigen, die den Wolf in ihm erkannt haben und seine Weisheit für immer auslöschen, die Einheit zwischen Mensch und Universum vollends durchtrennen wollen. Doch Hunde sind zäh, immer mehr Menschen erkennen ihre wahre Gestalt, die Wolfsbestände erholen sich, um zusätzliche Kraft zu geben. Ausdauer ist in ihrer Welt wohlbekannt. Und eines Tages, wenn die Einheit zwischen Mensch und Universum vor der gesamten Schöpfung wiederhergestellt ist, werden die Hunde wieder ihre Wolfsgestalt annehmen, um uns weisen Rat zu erteilen.

Alles und jedes fügt sich in ein größeres Ganzes. Es geht um die Achtung des Lebens und allem, was in dieser Welt existiert. Somit auch jedes Steins, des Wassers, des Windes, der Erde... Du kannst keine Unterscheidung treffen frei nach dem Motto: Das ist ein Mensch = gut, klug, immer zuerst. Das ist ein Tier oder Baum = zweite Wahl, doof, instinktgesteuert, brauch ich nicht achten, kann ihm meinen Willen aufzwingen. Denn dieses "Recht" steht nirgends geschrieben. Es ist durch den Größenwahn des patriarchalen Denkens entstanden. Ein selbstgegebenes Recht das eher den Namen Un-Recht verdient. Es gibt nur fließende übergänge, kein starres System. Und wenn Du Dir jetzt vorstellst, daß eines Tages ein Hund Fürsprache für Dich einlegt, hast Du dann ein gutes Gewissen?