Geomantie


 

Dabei geht es um die Energie der Orte, ob das nun Erdenergien, wie z.B. Energieleys, Wasseradern etc., oder durch geschichtliche Ereignisse gepolte Informationen sind. Es gehört unweigerlich zusammen und entscheidet darüber, ob das Dorf, die Stadt wohnlich, verschlafen, künstlerisch oder vergessen ist. Viele Aspekte ähneln dem Feng Shui, doch ist die Geomantie speziell auf unsere Gegend zugeschnitten. Unsere Vorfahren wußten noch darum. So sind Orte nur an bestimmten Stellen entstanden, die sich positiv auf die Entwicklung auswirken. Ungefähr ab der Renaissance (der sogenannten Wiedergeburt) gingen diese Dinge mehr und mehr verloren. Es fand eine einseitige Orientierung auf die Wissenschaft, die belegbare, beweisbare Wissenschaft statt. Alles andere wurde als Humbug und Aberglaube leichtfertig beiseite geschoben. Kirchen wurden ab diesem Zeitpunkt nicht mehr auf den alten, heidnischen Kultplätzen errichtet, die sogenannte Wasserdome unter sich bargen, sondern dort hingebaut, wo es gerade paßte. Die Energie der Wasserdome ist jedoch sehr wichtig für die Meditation. Es gelingt dort sehr leicht, Kontakt mit der Anderswelt aufzunehmen, in Trance zu fallen. Wasserdome sind eigentlich unterirdische Quellen, die unter einer harten Gesteinsschicht verborgen liegen, so daß das Wasser nicht an die Oberfläche kommen kann. Von diesen Domen gehen die Wasseradern ab, die sich einen Weg suchen, um irgendwann ans Tageslicht zu gelangen. Die Ahninnen wußten sehr genau, wo sich solche Stellen befanden. So wurde dort zwar gefeiert und meditiert, aber keine Gebäude errichtet, denn die Energie ist zu stark, als daß dort der menschliche Organismus zur Ruhe kommen könnte. Desweiteren hat es schädliche Auswirkungen, über Wasseradern zu schlafen. Dort stehen sogenannte Krebshäuser. Schwere Krankheiten sind die Folge, die zum Tod führen. Da der Mensch der Neuzeit nicht mehr allzuviel Ahnung davon hatte, wo gebaut werden konnte und wo nicht, und sowieso Geld immer eine größere Rolle spielte (und spielt) als die Gesundheit und das Wohlgefühl derjenigen, die dort wohnen soll(t)en, wurden selbst Friedhöfe und andere völlig ungeeignete Stellen mit Häusern zugebaut. Friedhöfe beispielsweise haben eine Energie, die vertikal wirkt. Das ist naheliegend, denn den Seelen der Toten sollte der schnelle Übergang ins Universum ermöglicht werden. Normalerweise leben wir in horizontaler Energie, die es uns ermöglicht, uns hier zu manifestieren, die vertikale Energie wirkt verwirrend. Extreme Schlafstörungen sind die Folge. Die Körperkraft wird regelrecht ausgelaugt. Häuser auf Hügeln sind ein weiteres Beispiel. Energie steigt an Hügeln, aber auch an Schornsteinen und Kirchtürmen nach oben, wirbelt dort herum, um anschließend wieder talwärts zu fließen, wo meist die Häuser standen, die davon provitierten. Diese Energie bleibt also nicht auf dem Berg, was die Folge hat, daß den Bewohnern wahrscheinlich auch nichts gelingt, während das Dorf im Tal erblüht. Diese hohen Punkte wurden bei Ansiedlungen mit Bedacht einbezogen. Ich würde mal sagen, daß diese Erhöhungen die Energie reinigen oder einfach beschleunigen. Es ist wahrlich eine Wissenschaft für sich, einen richtigen Ort auszuwählen, denn etwas höher gelegen als die Umgebung sollte er auch sein, damit das Grundwasser nicht in den Häusern steht. Also Vorsicht bei Neubauten und auch zersiedelten Dörfern und Städten. Es ist nicht einfach, alles zu erfassen. Deshalb ist es gut, einen Ort im Voraus auf sich wirken zu lassen. Dieser erste Eindruck ist sehr wichtig und gibt Klarheit. Es ist vielleicht besser zu verstehen, wenn Dir bewußt wird, daß alles schwingt. So klingt jeder Gegenstand, jedes Gebäude in einer anderen Melodie. Ist eine Umgebung gestört, schwingt sie dissonant. Ein Mensch nimmt dies körperlich auf, schwingt sich ebenfalls darauf ein. Architektur ist versteinerte Musik. Beispielsweise stellen die gotischen Kirchen bewußt erbaute Musikinstrumente dar, die in den Sphärenharmonien schwingen. Bist Du imstande wahrzunehmen, so ist es Dir möglich, sie zu hören. Die Geheimnisse der Gotik gehen jedoch zu tief, als daß ich sie hier näher beschreiben möchte. Wenn ich irgendwann einmal tiefer dort eingedrungen bin, werde ich vielleicht noch eine Gotikseite erstellen.

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt ist die Geschichte. Harald Jordan schreibt sehr schön in seinem Buch "Orte heilen", daß Geschichte nur geschichtetes Wissen ist. Daher der Name. Fand ich toll. Damit wird also klar, daß ehemalige Schlachtfelder ebenfalls völlig ungeeignete Wohnorte darstellen. Abgesehen davon, daß sowieso niemand scharf darauf ist, ständig beim Umgraben menschliche Skelette zu finden, herrscht dort auch eine extrem negative Energie, die bestimmt ist von Gewalt und Angst. Sie ist regelrecht mit dem Blut der Opfer getränkt. So kann es passieren, daß auch die Bewohner gewaltbereiter sind als normal, Haß und Neid an der Tagesordnung sind. Das muß nicht immer so offensichtlich sein, doch gerade das Unterschwellige ist gefährlich. Ich weiß jetzt nicht, inwiefern dort eine Heilung möglich ist. Ein wichtiger Schritt sind schon mal das Wissen um diese Geschichte und auch das Annehmen. Vielleicht so eine Art Ehrung der Gefallenen. Die Heilung eines Ortes ist sehr schwierig und zeitaufwendig. Zwar sollte bei einer Heilung eines Hauses auch die Umgebung mit einbezogen werden, doch ist hier ein kleinerer Rahmen gesteckt, der leichter überschaubar ist. Hat sich in einem Haus bspw. negative Energie festgesetzt, die durch die ehemaligen Bewohner hinterlassen wurde (Mord, andere Gewalt, Trauer...) so ist eine Heilung dort etwas leichter zu bewerkstelligen. Die Geschichte der Bewohner setzt sich in jedem Stein, jeder Kachel, jeder Diele fest. Das Haus ist programmiert. So betreten Leute nicht gern Häuser, in denen etwas schreckliches passiert ist.







Spukhäuser beinhalten noch einen weiteren Aspekt. Die Polung durch die Bewohner findet sich nicht nur im Gemäuer, sondern die Schleier zwischen den Welten sind dort wahrscheinlich auch dünner (oder ein Tor befindet sich dort). D.h. die Zeiten überlappen sich. Es ist möglich, einen Blick in die Vergangenheit oder auch Zukunft zu werfen. Wir hören und sehen Schatten, nehmen Gerüche wahr, spüren die Anwesenheit anderer. Sie sind auch wirklich da, nur eben nicht in unserer Zeit. Es ist, als stände jemand hinter einem dünnen Vorhang. Wir können ihn zwar schattenhaft sehen, ihn erahnen, aber nicht wirklich berühren. Die Anwesenheit durch Wesenheiten fällt aber nicht unter diesen Aspekt. Sie kommen und gehen bewußt durch die Schleier der Zeit. Ich meine jetzt Elementarwesen oder auch verstorbene Angehörige.

Ein weiterer, sehr, sehr wichtiger Punkt ist der Schatten, das Dunkle. Ein Ort, ein Haus kann noch so positiv, so licht sein. Das Dunkle hat immer seinen Platz darin, denn das eine kann ohne das andere nicht sein. Wenn Du ihm diesen Platz nicht einräumst, nimmt es ihn sich. Der befindet sich dann jedoch meist an ungünstigen Stellen. Also stehe dem Dunklen diesen Platz zu und begrenze ihn. Das ist ganz wichtig, denn sonst breitet es sich in der Umgebung aus und verdrängt nach und nach das Licht. Im Garten ist das einfach. Ein Stück verwilderter Garten, vielleicht eine Art Hain für die Ahninnen, der selten betreten wird. Im Haus selbst kannst Du ebenfalls mit etwas Geschick eine solche Ecke manifestieren. Irgendetwas Düsteres, den dunklen Aspekt der Göttin symbolisierendes kannst Du in eine Ecke stellen, auf einem kleinen Tisch begrenzen. Der Phantasie sind da wirklich keine Grenzen gesetzt.

Geomantie erfaßt noch viel mehr: die Form der Kirchtürme, den Klang der Glocken, die Form des Ortes, die Führung der Straßen, die Art der Bäume, den Namen des Ortes, der erste Blick, der zweite Blick (der unterschwelliges offenbahrt), die Art der Einwohner, das Wappen, das Wetter, die Aussicht (Flachland, Berge, Seen...) und, und, und. Ich kann natürlich nicht alles aufzählen. Wer Interesse hat, dem empfehle ich die Bücher von Harald Jordan oder Marko Pogacnik (ich hoffe jetzt, er wird so geschrieben). Aber was vielleicht noch wichtig ist und einen sehr starken Bezug zum Hexenkult hat, sind die Jahresfeste. Sie sind ebenfalls auf einen Ort anzulegen. Es ist wichtig, hierbei die Mitte des Ortes zu bestimmen und die Feste nach den Himmelsrichtungen auszurichten:

Osten - Frühlingstagnachtgleiche, 30° weiter 21. April (hier ist die Walpurgisnacht), 30° weiter Pfingsten,

Süden - Sommersonnenwende, 30° weiter 21. Juli (in diesem zweiten Drittel befindet sich Lugnasad), 30° weiter 21. August

Westen - Herbsttagundnachtgleiche, 30° 21. Oktober (dieses Drittel steht für Samhain), 30° davon 21. November

Norden - Wintersonnenwende, 30° 21. Januar (hier befindet sich Imbolc), 30° 21. Februar

Die Nachtgleichen und Sonnenwenden stehen also im 90°-Winkel zueinander. Die anderen vier Feste befinden sich im zweiten Drittel zwischen ihnen. Ich hoffe, daß ist halbwegs klar.

Ich glaube, die Geomantieseite wird nach und nach anwachsen. Es hängt davon ab, welche wundervollen Erkenntnisse sich in mir breitmachen. Es ist ein experimentieren mit meinem eigenen Haus, ein Wissen sammeln, ein wahrnehmen, ein einschwingen. So kann einige "Zeit" ins Land gehen, bis äußerlich etwas sichtbar wird. Doch ist es dann richtig manifestiert. Bis dahin übt schon mal selbst.

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